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Infos zum Studium der Technischen Mathematik


Diese Seite gibt einen Überblick über Inhalt, Umfeld und Berufsaussichten des Studiums Technische Mathematik. Detailinformationen zu Studienaufbau und -inhalten enthält der Studienplan Technische Mathematik.




Allgemeines


Die Bachelor- und Masterstudien der Technischen Mathematik sollen den Studierenden ein grundlegendes mathematisches Verständnis samt der dazugehörigen Theorie vermitteln, sowie in Anwendungsgebiete der Mathematik (beispielsweise die Technik und die Naturwissenschaften, die Wirtschaftswissenschaften, die Informatik, etc.) einführen. Dieses Studium erfordert die Freude am formalen und logischen Denken, und an der Abstraktion und Analyse komplexer Problemstellungen.

Der Unterschied zwischen Schul- und Universitätsmathematik ist enorm. Werden in der Schule größtenteils Rechenfertigkeiten vermittelt, so liegt der Schwerpunkt beim Universitätsstudium vor allem auf exakter Beweisführung. Vom Studium der Mathematik an der Universität Wien unterscheidet sich das Studium an der TU hauptsächlich durch eine stärkere Anwendungsorientierung, sowie durch eine breitere Möglichkeit sich zu spezialisieren.

Studienaufbau


Das Bachelorstudium umfasst sechs Semester (drei Jahre) und Lehrveranstaltungen im Ausmaß von 180 ECTS-Punkten. Das erste Jahr ist für alle Bachelors gleich und dient der mathematischen Grundausbildung. Die weiteren zwei Jahre dienen der Grundausbildung im gewählten Fachgebiet und umfassen durchschnittlich 60 ECTS-Punkte pro Jahr. Auch wenn man sich schon bei der Inskription für einen Bachelor entscheiden muss, ist es im ersten Jahr problemlos möglich, in einen anderen Bachelor zu wechseln. Der Bachelor schließt mit dem Verfassen einer Bachelorarbeit ab.

Darauf aufbauend werden Masterstudien angeboten. Sie dienen der weiteren oder einer anderen Spezialisierung. Es ist möglich, nach Abschluss eines Bachelors ein beliebiges Masterstudium anzuhängen. Das Masterstudium schließt mit dem Verfassen einer Diplomarbeit und einer kommissionellen Masterprüfung ab.

Die Fachschaft empfiehlt, nach dem Abschluss eines Bachelors auch ein Masterstudium zu absolvieren. Ein Bachelor alleine stellt keine abgeschlossene wissenschaftliche Ausbildung dar.

Die einzelnen Bachelor- und Masterstudien


Es gibt vier Bachelor- und darauf aufbauend sechs Masterstudien, auf die im Folgenden eingegangen wird. Allen gemeinsam ist eine etwa dreisemestrige fundierte mathematische Grundausbildung, bestehend aus Vorlesungen aus den Bereichen Analysis und Linearer Algebra.

Der zentrale Begriff in der Analysis ist der Grenzwert, davon ausgehend befasst sie sich mit Themengebieten wie unendlichen Folgen und Reihen, Differential- und Integralrechnung und Differentialgleichungen. Die (Lineare) Algebra beschäftigt sich mit Grundlagen der Vektorrechnung, Matrizenrechnung und der Untersuchung von allgemeinen mathematischen Strukturen.

Mathematik in Technik und Naturwissenschaften


Dieser Bachelor enthält sowohl Aspekte der angewandten Mathematik in Technik und Naturwissenschaften (Datenanalyse, Simulation, Steuerung und Optimierung,...) als auch tiefergehende theoretische Inhalte und Grundlagen, dazu eine Einführung in ein Anwendungsfach (Modellbildung und Biowissenschaften, Elektrotechnik, Physik oder Numerik). Da dieser Bachelor der mathematisch anspruchsvollste ist, ist er neben naturwissenschaftlich Interessierten vor allem für Theoretiker geeignet. Siehe hierzu auch das Masterstudium "Mathematik". Häufig werden Absolventen dieses Bachelors/Masters zur mathematischen Unterstützung von spezialisierten Ingenieurteams hinzugezogen.

Statistik und Wirtschaftsmathematik


Die Wirtschaftsmathematik beschäftigt sich mit Theorie und Anwendungen im Bereich von Mikroökonomie, Makroökonomie, Operations Research, Spieltheorie und Ökonometrie. Es werden Methoden zur Optimierung und Entscheidungsfindung entwickelt und angewandt.
Die Statistik hingegen befasst sich mit Theorie und Praxis der Erfassung und Analyse von Daten unter Berücksichtigung der unvermeidlichen Unschärfe, die durch nicht vorhersehbare Schwankungen und Fehler verursacht wird.
Ein Absolvent dieses Bachelors verfügt über Grundkenntnisse in beiden Bereichen. Zur weiteren Spezialisierung werden die Masterstudien "Statistik" und "Wirtschaftsmathematik" angeboten.

Flyer für Studienanfänger vom Institut für Wirtschaftsmathematik (externer Link)

Mathematik in den Computerwissenschaften


Schwerpunkte liegen in der Konstruktion und Analyse von Algorithmen, sowie in algebraischen Methoden, die in der Datenverschlüsselung und automatischen Fehlerkorrektur Anwendung finden. Weiters besteht die Möglichkeit, sich in der Geometrie zu spezialisieren. Programmierkenntnisse sind nicht notwendig, aber durchaus von Vorteil. Während das Informatikstudium detailliertes EDV-Wissen vermittelt, wird in diesem Studium mehr auf allgemeine Grundkenntnisse Wert gelegt, die in der Systemanalyse und Softwareentwicklung von Nutzen sind.

Finanz- und Versicherungsmathematik


Dieser Bachelor/Master umfasst spezielle Vorlesungen über Finanz- und Versicherungsmathematik, wahrscheinlichkeitstheoretische Modellierung der Finanzmärkte, Risikomanagement, Personen- und Lebensversicherungsmathematik sowie betriebswirtschaftliche und rechtswissenschaftliche Lehrveranstaltungen. Spätere berufliche Schwerpunkte liegen im Bereich des Risikomanagements auf Finanzmärkten, der Prämienkalkulation, Kontrolle von Pensionskassen, usw...

Studieninfoseite des FAM-Instituts (externer Link)

Masterstudium "Mathematik"


Dieses Masterstudium beinhaltet eine Auswahl an theoretischen Fächern aus verschiedenen Teilgebieten der Mathematik. Es bietet insbesondere für ein anschließendes mathematisches Doktoratsstudium noch nicht gewisser Ausrichtung eine ausgewogene und breite Basis.

Berufsaussichten


Das Betätigungsfeld eines Mathematikers beschränkt sich bei weitem nicht auf rein mathematische Anwendungen. Durch die Fähigkeit, komplexe Problemstellungen systematisch zu analysieren, sind Technische Mathematiker im allgemeinen in der Lage, sich rasch in verschiedenste Aufgabenstellungen einzuarbeiten. Daher arbeitet ein großer Teil der Absolventen auf Gebieten, die ihrer Ausbildung nicht direkt entsprechen. Posten, bei denen das mathematische Wissen voll eingesetzt werden kann, sind rar.

Überproportional viele Mathematiker werden von großen Firmen "aufgesaugt", TM sind im öffentlichen Dienst ebenso zu finden wie in der Metallbranche bis hin zur Steuerberatung. So ziehen zum Beispiel viele Firmen einen Technischen Mathematiker mit IT-Interesse einem Informatiker vor. Die Chancen, die eigenen Berufsaussichten durch Auslandsaufenthalte zu verbessern, sind aufgrund des guten Angebots an Austauschprogrammen und Auslandsstipendien recht hoch. Ebenfalls möglich ist der Einstieg in eine akademisch-mathematische Karriere.

Lehrbetrieb


Lehrveranstaltungen


Der Hauptteil des Studiums besteht aus Vorlesungen und den dazugehörigen Übungen. In den Vorlesungen wird der theoretische Teil des Stoffes vorgetragen, während in den Übungen die Inhalte der Vorlesung anhand von Rechen- und Beweisbeispielen vertieft werden. Der Besuch der Vorlesung ist nicht verpflichtend, aber manchmal für das Verständnis des Stoffes unumgänglich. Bei typischen Mathematikübungen werden wöchentlich Aufgaben gestellt, von denen ein gewisser Prozentsatz gelöst werden muss. Dies wird durch Stichproben in Form von Tafelleistungen überprüft. Dieses System fordert und fördert regelmäßige Beschäftigung mit dem Stoff, was durch einen geringeren Lernaufwand vor den abschließenden Vorlesungsprüfungen belohnt wird.

Prüfungen


Die Pflichtprüfungen umfassen jeweils einen schriftlichen und/oder einen mündlichen Teil. Bei der schriftlichen Prüfung liegt der Schwerpunkt auf Anwendungs- und Rechenbeispielen (falls vorhanden), zur (anschließenden) mündlichen Prüfung werden Theorie- und Verständnisfragen gestellt. Im Gegensatz zu manchen anderen Studien erwartet die Studierenden viele relativ kleine Prüfungen. Obwohl deren Stoffumfang auf den ersten Blick gering erscheint, darf man den Lernaufwand nicht unterschätzen, da man den Stoff nicht nur kennen, sondern auch verstehen und gegebenenfalls anwenden können muss.

Individuelle Studiengestaltung


Während in den ersten fünf bis sechs Semestern Wahlmöglichkeiten nur sehr eingeschränkt vorhanden sind, da der Stundenplan hauptsächlich durch grundlegende Pflichtlehrveranstaltungen ausgefüllt ist, eröffnet sich danach eine große Anzahl von Spezialisierungsmöglichkeiten, auch innerhalb der einzelnen Studienzweige. Ungefähr 15% der Lehrveranstaltungen müssen aus verschiedenen Wahlfachkatalogen ausgesucht werden, weitere 10% kann man beliebig wählen.

Arbeitsklima


Wegen der geringen Zahl der Studierenden ist es durchaus nicht ungewöhnlich, dass das Lehrpersonal auch bei individuellen Problemen Hilfestellung bietet, beziehungsweise sich im Rahmen von Praktika mit den Studierenden beschäftigt. Aus demselben Grund gibt es weder Probleme mit überfüllten Hörsälen noch mit Beschränkungen der Teilnehmerzahl bei Pflichtübungen.

Tipps für das erste Semester


Siehe auch die separate Seite Einstiegshilfen.

Studienbeginn


Der Besuch der ersten Vorlesungen ist sehr wichtig, da dort alle administrativen Angelegenheiten, wie z.B. Übungsanmeldungen, erledigt werden.
Zudem gibt es nach dem ersten Vorlesungsblock ein sogenanntes Erstsemestrigentutorium, das sehr zu empfehlen ist.

Einstiegsprobleme


Viele Studierende der Technischen Mathematik haben anfangs Probleme mit der für sie neuen Sicht der Mathematik. Die Übungen des ersten Semesters tragen jedoch wesentlich dazu bei, sich die grundlegenden Denkschemata anzueignen. Aufgrund des hohen Niveaus der Übungen ist es üblich und empfehlenswert, im Team zusammenzuarbeiten, um den Stoff mit Studienkolleginnen und -kollegen diskutieren zu können. Von einem Quereinstieg (Beginn des Studiums im Sommersemester) ist im allgemeinen abzuraten, da die Vorlesungen Lineare Algebra 1 und Analysis 1, welche die Grundlage des Mathematikstudiums bilden, nur im Wintersemester abgehalten werden.

Fachschaft Technische Mathematik


Der Studienvertretung Technische Mathematik stehen Räumlichkeiten zur Verfügung – kurz Fachschaft oder FSTM genannt – in denen Studierende gemeinsam lernen und soziale Kontakte pflegen können. Weiters gibt es dort eine kleine Bibliothek mit mathematischer Fachliteratur und eine Sammlung von Angaben vergangener Prüfungen. Gerade für Studienanfänger ist die Fachschaft die erste Anlaufstelle für die kleinen und großen Probleme des Studienalltags.

Schnuppern


Eine gute Möglichkeit, in die Technische Mathematik hineinzuschnuppern, besteht darin, sich eine der Einstiegsvorlesungen anzuhören: Lineare Algebra 1 bzw. 2 oder Analysis 1 bzw. 2. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass der Besuch dieser Vorlesungen im Sommersemester für Hörer ohne Vorkenntnisse vermutlich nicht sinnvoll ist.

Eine weitere Möglichkeit ist, in der Fachschaft vorbeizukommen, und wenn jemand anwesend ist, kann man ihn sicherlich immer nach dessen Erfahrungen fragen und so ein wenig über die Ansprüche des Studiums der Technischen Mathematik erfahren.

Anlaufstellen


Es stehen das ganze Jahr hindurch zur Verfügung:

FSTM – Fachschaft Technische Mathematik


Erste Anlaufstelle für typische Probleme von Studienanfängern wie Immatrikulation und Inskription, Prüfungsvorbereitung,...

TU Wien
Freihaus, Wiedner Hauptstraße 8-10
Turm A, roter Bereich, 1. Stock, genaue Lage siehe Lageplan
Telefon: +43/(0)1/58801-49544
E-Mail:
http://www.fsmat.at/
Anwesenheit häufig (ausgenommen Ferienzeit)

HTU – HochschülerInnenschaft an der TU Wien


Bietet Informationen wie etwa über das Ansuchen für Studienbeihilfe und Stipendien, Hilfe für ausländische Studierende, rechtliche Auskünfte,...

TU Wien
Freihaus, Wiedner Hauptstraße 8-10
Turm A, roter Bereich, 1. Stock
Telefon: +43/(0)1/58801-49501
E-Mail:
http://www.htu.at/

Studiendekan für Technische Mathematik – Ao.Univ.Prof. Dr.phil. Günther Karigl


Der Studiendekan ist zuständig für viele studienrechtlichen Angelegenheiten wie die Anerkennung von Prüfungsleistungen aus Vorstudien und Auslandsstudien, den Fächertausch, die Zulassung zu Masterstudien und viele mehr. Die Sprechstundenzeiten können hier gefunden werden.

TU Wien
Freihaus, Wiedner Hauptstrasse 8-10
Turm C, grüner Bereich, 5. Stock
Telefon: +43 (1) 58801 - 104 53
E-Mail:

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Seite zuletzt geändert am Sonntag 27, Februar, 2011 [19:04:31 UTC].