Ordnet man gewissen Parameterwerten
jeweils eine Kurve in
zu, so erhält man eine
-parametrige Kurvenschar, die beispielsweise mittels der Durchlaufung
oder in der impliziten Form
beschrieben werden kann.
Eine Differentialgleichung, für die sämtliche Kurven einer gegebenen Kurvenschar Lösungskurven (im Falle einer Schar in Durchlaufungsform) bzw. Trajektorien (im Fall einer implizit definierten Schar) sind, heißt Differentialgleichung einer Kurvenschar.
Ist die Kurvenschar durch
gegeben, so erhält man die Differentialgleichung der Schar durch Elimination von
aus dem Gleichungssystem
bzw. im Fall einer impliziten Schar
durch Elimination von
aus dem System
Kurven, längs derer das Richtungsfeld einer Differentialgleichung konstant ist, nennt man Isokline. Bei Gleichungen der Form
(
,
) sind sie implizit definiert durch
; bei expliziten Differentialgleichungen
können sie durch
beschrieben werden.
Hat man eine Kurvenschar gegeben, so nennt man alle Kurven, die an jedem Schnittpunkt mit einer Scharkurve zu dieser orthogonal sind (d.h. die Tangente in diesem Punkt steht normal auf die Tangente der Scharkurve in diesem Punkt), orthogonale Trajektorien.
Hat eine Differentialgleichung einer Kurvenschar noch weitere Lösungen außer den Scharkurven, so haben diese an jedem Schnittpunkt mit einer Scharkurve dieselbe Tangente, d.h. die beiden Kurven berühren einander.
Berührt eine Kurve
in jedem ihrer Punkte mindestens eine von
verschiedene Scharkurve, und berührt
außerdem jede Scharkurve (zumindest in einem Punkt), so heißt
Einhüllende der Kurvenschar.
Jede Einhüllende einer Lösungsschar einer Differentialgleichung (oder einer Teilschar davon) ist ebenfalls eine Lösungskurve der Differentialgleichung; dasselbe gilt für alle aus Teilen von Scharkurven und Teilen der Einhüllenden zusammengesetzten differenzierbaren Kurven.
Sofern die Kurvenschar bereits ein ganzes Gebiet
ausfüllt, sind dies sogar alle Lösungskurven der Differentialgleichung in
.
Hat man nun eine
-parametrige Kurvenschar
gegeben, so erhält man (sofern
stetig differenzierbar ist)
als notwendige Bedingung für die Einhüllende, was durch Elimination von
bzw. Darstellung von
als Funktion von
eine Gleichung bzw. eine Durchlaufungsdarstellung, der die Punkte der Einhüllenden genügen, liefert.
Im Fall
erhält man so allerdings nur eine Hyperfläche, auf der die Einhüllende (sofern sie überhaupt existiert) liegen muss. Nur für
liefert das eine implizite Darstellung bzw. eine Durchlaufung einer Kurve, auf der die Punkte der Einhüllenden der Schar (bzw. einer Teilschar) sowie die singulären Punkte
der Darstellung (d.h. Punkte mit
und
) liegen. Diese singulären Punkte könnten nun ebenfalls zur Einhüllenden gehören, müssen allerdings nicht. Dies muss jeweils im konkreten Fall entschieden werden; für die Bestimmung der (Halb-)Tangentenrichtung in singulären Punkten sei hierbei auf Analysis III verwiesen.
|
|
||
|
|
|
|
|
|
||