Man kann mit Hilfe der Matrizenexponentialfunktion
mit den Rechenregeln
die Lösung
des Anfangswertproblems
,
bestimmen:
Das Anfangswertproblem
,
ist also äquivalent zum Anfangswertproblem
,
. Der Übergang vom Anfangswert
auf
erfolgt durch Multiplikation der Lösung mit der Übergangsmatrix
.
Indem man
eine Basis von
- speziell die kanonische Basis - durchlaufen lässt, stellt man fest, dass man die Spalten von
als Lösungsbasis des (homogenen) Systems
verwenden kann.
Stellt man nun Überlegungen zur linearen Variablentransformation an, so kann man zeigen, dass auch die Spalten von
eine Lösungsbasis bilden, wobei
die Jordan-Normalform von
und
die zugehörige Transformationsmatrix (
) ist.
Damit reduziert sich das Problem der Berechnung von
auf Matrizen
in Jordan-Normalform, wobei man sich hier wiederum auf die einzelnen Jordan-Kästchen konzentrieren kann:
Ist
von der Gestalt
wobei
(
) Jordan-Kästchen der Größe
sind, so gilt:
mit
, so gilt:
Die Basis des reellen Lösungsraumes des (homogenen) Systems
erhält man dann, indem man Real- und Imaginärteil des Spalten der Matrix
trennt.
Man kann zur Berechnung der reellen Lösungsbasis auch die reelle Jordan-Normalform heranziehen: Hat die Matrix
reelle und
komplexe Eigenwerte, so betrachtet man die ersten
Spalten der Matrix
Die Realteile (="obere Hälften") und die von
verschiedenen Imaginärteile (="untere Hälften") bilden dann die (reelle) Lösungsbasis.
Hat man ein homogenes lineares Differentialgleichungssystem
mit singulärer Matrix
gegeben, so bestimmt man zuerst eine nichttriviale Lösung
des linearen Gleichungssystems
, die gleichzeitig auch eine nichttriviale konstante Lösung des Differentialgleichungssystems ist. Schließlich wendet man das D'Alembert-Reduktionsverfahren an, dass ein System mit konstanten Koeffizienten niedrigerer Ordnung liefert.
Hat man ein inhomogenes lineares Differentialgleichungssystem
gegeben, so erhält man eine partikuläre Lösung mittels
wobei
wieder die Jordan-Normalform von
und
die zugehörige Transformationsmatrix bezeichne.
Oft ist es jedoch auch günstig,
als Linearkombination von Funktionen verschiedener "Bauart" aufzufassen:
Kann man nämlich eine partikuläre Lösung
von
finden, so ist
eine partikuläre Lösung des ursprünglichen Systems.
Man erhält folgende Tabelle:
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