Unendlichdimensionale Produkträume

Ist I eine beliebige Indexmenge und { Omega_i | i in I } eine Familie von Mengen, so nennt man \prod_{i in I} Omega_i = { f : I –> \bigcup Omega_i | f(i) in Omega_i } das Produkt der Omega_i.
Sind nun (Omega_iS_i) lauter Messräume, so bildet das System

L_i := { A × \prod_{i in E^C} Omega_i | E \subseteq I, |E| < infinity, A in \bigotimes_{i in E} S_i }

eine Algebra auf \prod_{i in I} Omega_i. Der durch diese Algebra erzeugt sigma-Ring heißt Produkt der sigma-Ringe S_i und wird mit \bigotimes_{i in I} S_i bezeichnet.

Mengen der Gestalt A × \prod_{i in E^C} Omega_i (mit A \subseteq \prod_{i in E} Omega_i, |E| < infinity) nennt man Zylinder. Ist A in \bigotimes_{i in E} S_i, so spricht man von messbaren Zylindern.
Ein Zylinder der Form A × \prod_{i in E^C} Omega_i mit A = \prod_{i in E} A_i wird Pfeiler genannt.
A ist die Basis des Pfeilers bzw. Zylinders.

Das System der messbaren Pfeiler bildet auf \prod_{i in I} Omega_i einen Semiring, dessen erzeugter sigma-Ring mit \bigotimes_{i in I} S_i übereinstimmt.

Ist (Omega_iS_iP_i) eine Familie von Wahrscheinlichkeitsräumen, so gibt es ein eindeutig bestimmtes Wahrscheinlichkeitsmaß P auf (\prod_{i in I} Omega_i\bigotimes_{i in I} S_i), sodass gilt:

P ( \prod_{i in E} A_i × \prod_{i in E^C} Omega_i ) = \prod_{i in E} P_i(A_i)

Der Existenzsatz von Kolmogorov besagt schließlich, dass für eine beliebige Indexmenge I und eine Familie von Wahrscheinlichkeitsmaßen

{ P_E | E \subseteq I, |E| < infinity, P_E ist Wahrscheinlichkeitsverteilung auf (R^E, \bigotimes_E B) }

mit der Verträglichkeitsbedingung

E_1 \subseteq E_2: P_{E_1}(A) = P_{E_2}(A')       mit A' = A × R^{E_2\E_1} forall A in \bigotimes_{E_1} B

eine Wahrscheinlichkeitsverteilung P auf (R^I\bigotimes_I B) existiert, sodass gilt:

P ( A × \prod_{I\E} R ) = P_E(A)       forall A in \bigotimes_E B, E \subseteq I, |E| < infinity


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