Eigenwerte können (bei Dimension größer als vier) nur iterativ berechnet werden. Dabei wird typischerweise wie folgt vorgegangen:
Eine Matrix
mit
für alle
heißt Hessenberg-Matrix. Eine beliebige Matrix
kann mit Hilfe der Householder-Transformation, bei der
mit passenden Householder-Matrizen von links multipliziert wird, auf Hessenberg-Form gebracht werden.
Im Folgenden bezeichne
die Menge der Eigenwerte von
.
Eine Matrix
heißt diagonalisierbar, wenn eine reguläre Matrix
existiert, so dass gilt:
.
Nach dem Satz von Bauer und Fike gilt für eine diagonalisierbare Matrix
mit
wie oben und beliebiges
wobei
beliebig und
, wobei
die Matrixnorm zur Vektornorm in
bezeichne.
Für allgemeine reelle Matrizen
gilt:
wobei die Konstante
von der Schur-Zerlegung von
abhängt.
Die Eigenwerte einer Matrix hängen stetig von ihren Koeffizienten ab: Hat nämlich
die Eigenwerte
, so existiert zu jedem
ein
, sodass für jede Matrix
mit
eine Nummerierung der Eigenwerte
von
existiert mit
Der Satz von Gerschgorin liefert eine Aussage über die Lage der Eigenwerte: Sei
gegeben und
für
definiert als
Dann gilt:
.
Ist
symmetrisch und
, so bezeichnet man den Ausdruck
Diesen kann man zur Berechnung der Eigenwerte einer symmetrischen Matrix
verwenden, wie der Satz von Courant-Fischer besagt: Sind
die Eigenwerte von
, so gilt für
:
Speziell gilt nach dem Satz von Rayleigh-Ritz:
Schließlich gilt nach dem Störungssatz für symmetrische Matrizen für symmetrisches
und
:
bzw.
Für
und
heißt die durch
definierte Folge die Folge der Iterierten (mit Iterationsmatrix
und Startvektor
).
Ist nun
eine diagonalisierbare Matrix mit den Eigenwerten
, wobei
und
für ein
, und
so gewählt, dass
, so gilt:
wobei
und
eine beliebige Vektornorm darstellt.
Möchte man den Betrag des dominanten Eigenwertes von
berechnen, so bietet sich zum Beispiel folgende Wahl von
an:
Ist unter obigen Voraussetzungen
zusätzlich symmetrisch, so gilt
Unter gewissen Bedingungen liefert das QR-Verfahren (siehe Anhang D.1) eine Approximation für die Eigenwerte einer Matrix: Sei
diagonalisierbar mit betragsmäßig einfachen, reellen Eigenwerten
mit
.
bezeichne die Matrix der Eigenvektoren zu
. Schließlich besitze
eine LR-Zerlegung ohne Pivotisierung. Dann gilt:
für
und
mit
und rechter oberer Dreiecksmatrix
mit
für
.
Durch Durchführung eines (geeigneten) Shifts (siehe Anhang D.2) in jedem Schritt kann die Konvergenz deutlich verbessert werden (in diesem Fall von linear auf kubisch).
Oft lässt sich ein Problem auch durch Deflation vereinfachen. Diese tritt dann auf, wenn eine Iterationsmatrix
die Gestalt
hat. Dann können nämlich die beiden Matrizen
bzw.
(jeweils kleinerer Dimension) getrennt betrachtet werden.
Wird das QR-Verfahren mit nur
vielen Spaltenvektoren durchgeführt, so erhält man die Subspace-Iteration.
Die direkte Berechnung der Eigenwerte (über das charakteristische Polynom) ist nur für Tridiagonalmatrizen zu empfehlen. In diesem Fall erhält man nämlich das charakteristische Polynom mit Hilfe von einfachen Rekursionsformeln, und dessen Nullstellen können anschließend mit Hilfe von Polynomnullstellenberechnungsverfahren (wie z.B. Newton-Verfahren oder Bisektionsverfahren) zumindest approximativ berechnet werden.
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